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3-2-1-Backup: Warum ein Backup allein nicht reicht
Die 3-2-1-Regel erklärt: drei Kopien, zwei Medien, eine außer Haus. Woran Backups im Mittelstand scheitern und wie Sie Ihre Wiederherstellung prüfen.
Fast jedes Unternehmen hat ein Backup. Deutlich weniger Unternehmen wissen, ob sich daraus im Ernstfall ein arbeitsfähiger Zustand wiederherstellen lässt. Der Unterschied entscheidet darüber, ob ein Ransomware-Vorfall oder ein defekter Server ein Ärgernis bleibt oder zum Stillstand führt.
Die Regel in drei Sätzen
Die 3-2-1-Regel ist seit Jahren der Mindeststandard für Datensicherung:
- Drei Kopien Ihrer Daten: die produktiven Daten plus zwei Sicherungen.
- Zwei verschiedene Medien oder Systeme, damit ein Fehler nicht beide Kopien trifft.
- Eine Kopie außer Haus, räumlich getrennt vom Standort.
Viele Umgebungen erfüllen nur den ersten Punkt: Ein Backup liegt auf einem NAS im selben Serverraum, oft im selben Netzwerk und mit denselben Zugangsdaten erreichbar. Ein Brand, ein Wasserschaden oder ein Angreifer mit Administratorrechten erwischt dann Original und Sicherung zugleich.
Woran es in der Praxis scheitert
Das Backup ist erreichbar. Ransomware sucht gezielt nach Sicherungen und verschlüsselt oder löscht sie, bevor sie die produktiven Systeme angreift. Eine Sicherung, die mit denselben Rechten wie der Dateiserver beschreibbar ist, bietet keinen Schutz. Die Kopie außer Haus sollte deshalb unveränderbar sein oder zumindest mit getrennten Zugangsdaten arbeiten.
Niemand prüft die Meldungen. Backup-Software meldet Fehler, aber die E-Mails landen in einem Postfach, das niemand liest. Nach Monaten stellt sich heraus, dass die Sicherung eines bestimmten Systems seit einem Update nicht mehr läuft.
Die Wiederherstellung wurde nie geprobt. Ein Backup, aus dem noch nie ein System vollständig wiederhergestellt wurde, ist ein Versprechen ohne Beleg. Erst der Test zeigt, wie lange die Wiederherstellung dauert, welche Reihenfolge nötig ist und ob Lizenzschlüssel, Zugangsdaten und Dokumentation greifbar sind.
Microsoft 365 wird vergessen. Postfächer, OneDrive und SharePoint liegen in der Cloud, aber Microsoft sichert diese Daten nicht im Sinne eines Backups mit langer Aufbewahrung. Gelöschte oder verschlüsselte Inhalte lassen sich nur innerhalb der Aufbewahrungsfristen wiederherstellen. Wer diese Daten dauerhaft absichern will, braucht ein eigenes Backup.
Drei Fragen für Ihre nächste Prüfung
- Wie lange dauert es, bis der wichtigste Server wieder läuft? Wenn niemand diese Zahl nennen kann, fehlt der Wiederherstellungstest.
- Was passiert, wenn ein Administrator-Konto kompromittiert ist? Kann dieses Konto die Sicherungen löschen, ist die Kopie außer Haus nicht getrennt genug.
- Wer liest die Fehlermeldungen des Backups, und wann zuletzt? Ein Monitoring, das Fehler an eine gelesene Adresse meldet, ist Teil des Backups.
Was ein belastbares Konzept enthält
Ein tragfähiges Backup-Konzept beschreibt, welche Systeme in welchem Abstand gesichert werden, wie lange Sicherungen aufbewahrt werden, wo die Kopie außer Haus liegt und wer die Wiederherstellung in welcher Reihenfolge durchführt. Dazu gehört ein fester Rhythmus für Wiederherstellungstests, mindestens einmal im Quartal für die wichtigsten Systeme, mit dokumentierter Dauer und dokumentiertem Ergebnis.
Wenn Sie unsicher sind, wo Ihre Umgebung steht, ist eine Bestandsaufnahme der schnellste Weg zu einer ehrlichen Antwort. Wir zeigen Ihnen, welche Lücken bestehen und welche sich mit vorhandenen Mitteln schließen lassen.
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